Montag, 15. Mai 2017

... immer wieder montags ... Konstruktion eines Grundschnittes für eine Kosmetik - Tasche

Hier meine heutige

      ... immer wieder montags ... - Tasche
... das kannst du auch ...

Wie viele Schnitte von Taschen und Täschchen habt ihr so in eurem Näh-Leben schon aus Heften herauskopiert? Und dann doch sehr oft feststellen dürfen: "Diesen Schnitt habe ich so oder so ähnlich schon..."

Ich möchte euch heute zeigen, dass es kein Hexenwerk ist, selbst einen Grundschnitt für eines der gängigsten Taschenmodelle herzustellen und diesen Grundschnitt dann je nach Bedarf (oder manchmal auch nach der Größe des Reststoffes) anzupassen oder abzuwandeln.



 Dieses Täschchen habe ich schon sehr oft genäht. Mal höher und schmaler wie auf diesem Bild oder aber breiter und flacher oder tiefer oder einfach viel größer für längere Kosmetikstift, Bürsten, Flaschen etc.

Die Schnittkonstruktion ist wirklich einfach, wenn frau ein paar kleine Kniffe kennt. Probiert es doch einfach mal aus!
Konstruktionshinweise und meine Maße
Halbgefaltetes Papier
Kurvenlineal für einen schönen Bogen

Konstruiere bei symmetrischen Formen immer nur eine Hälfte. Falte dazu dein Papier doppelt und lege die Bruchkante auf der Schneidematte an eine senkrechte Linie an.

Trage als erstes Maß die Höhe deiner Tasche ab und rechne unten die halbe Tiefe der Tasche dazu (bei mir ist die Tasche mit 8cm Gesamttiefe schön breit, damit viel hinein passt). Halbe Breite zur Taschenhöhe dazurechne, also in diesem Beispiel sind das plus 4cm. 

Nun zeichnest du die halbe Breite deiner fertigen Tasche ein, wieder plus der halben Tiefe, plus 4cm.

Für den Boden zeichne ich seitlich ein Quadrat von 4cm Seitenlänge ein, das herausgeschnitten wird und die abgenähte Tiefe der Tasche ergibt. Verändert das Maß nach euren Vorstellungen an: weniger cm = schmalere Tasche mehr cm = trapezförmigere Tasche mit mehr Tiefe.

Aber Achtung! Dieses Maß zieht sich durch die gesamte Konstruktion durch, bei einer Veränderung denke daran das neue Maß sowohl in der Breite, der Tiefe als auch der Ecken anzupassen, sonst hast du nachher eine ganz andere Tasche als geplant.

Die Seitenlinie kann gerade oder wie bei mir leicht geschrägt verlaufen. Bei mir war das Maß des Reissverschlusses ausschlaggebend für die leichte Schrägung. Ich hatte den oberen Bogen zunächst länger eingezeichnet, dann aber festgestellt, dass mein RV kürzer als die gemessene Linie ist. Also habe ich die Taschenbreite verändert. Da ich den Boden aber schön tief und breit wollte, habe ich die Seiten geschrägt. Jetzt passt der RV, die Tasche ist unten groß genug und oben eben etwas schmaler...

Achte auf die Zeichen für die rechten Winkel! Damit du wirklich gerade Linien nach dem Auffalten hast. Das ist besonders oben am Bogen für die Reissverschlusskante wichtig. Hier hilft es, wenn frau von der Mitte ausgehend immer zunächst einen oder zwei cm gerade einzeichnet und erst ab diesem Punkt den Bogen (mit einem Kurvenlineal) abträgt.

Das Schöne an dieser Taschenform ist, dass ich keine einzige Naht mit der Hand nähe! 
Ich setze als erstes den RV ein (sowohl an Unter- als auch Oberstoff) schließe dann die Seiten- und Bodennähte (RV dabei immer ein gutes Stück geöffnet lassen), dann nur die Ecknähte im Oberstoff. Nun wende ich die Tasche durch die zugegeben kleine Öffnung einer Bodenecke und versäubere diese letzten beiden offenen Kanten dann mit einem Schrägstreifen.

Meine nächste Tasche fotografiere ich für euch in Einzel-Näh-Schritten und dann seht ihr auch wie schnell das geht... Das wird dann eines der nächsten Montags-Themen sein...

Viel Spass beim Ausprobieren!

Tasche von innen

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