Montag, 22. Mai 2017

... mit den Augen nähen - füllt nicht den Kleiderschrank, macht aber manchmal auch sehr glücklich...

Gedanken ...

Kennt ihr das? Da gibt es ein Stündchen Müßiggang, eine Tasse Kaffee oder Tee stehen auf dem Tisch in meinem Nähzimmer, daneben der gemütliche Sessel für die vielen letzten Stiche von Hand, die Sonne blitzt herein und eigentlich habe ich noch ein begonnenes Projekt neben der Nähmaschine liegen. Eigentlich. Die Zeit ist für ein ausführliches "Wieder-hineindenken" fast zu kurz, die Begeisterung für ein paar wenige Stiche eher klein, die Lust auf Nähen ungebrochen und die Freude in meinem kreativen und inspirierenden Chaos zu sitzen nach wie vor groß.

Es gibt nicht viel, das mich so ins Schwärmen bringt: Ich liebe die klassischen, handwerklichen Nähschritte, ich mag es ein genähtes Werkstück in die Hände zu nehmen, es hin und her zu wenden, mir die Nähte anzuschauen, besondere Stellen wie Tascheneingriffe oder Randlösungen mit den Augen in ihrer Entstehung Schritt für Schritt nachzuverfolgen. Das kann fast genau so befriedigend sein wie das Nähen selbst - herausfinden WIE etwas genäht wurde, welche Schritte und in welcher Reihenfolge notwendig waren, um zu diesem oder jenem Ergebnis zu gelangen.

Fast ebenso viel Spass macht es mir auch, in alten Heften zu stöbern, längst vergessene Anleitungen zu lesen, die Konstruktionszeichnungen genau zu studieren und ganz tief in die Bilder hineinzusehen. Was liegt da näher, als mit der duftenden Tasse Kaffee in der einen Hand, mit der anderen in ein paar Heften zu blättern und mit den Augen zu nähen ... Beim Durchblättern der alten BurdaStyle-Hefte habe ich im Geiste schon viele Kleider genäht - auch wenn der Kleiderschrank davon nicht voller wird, ich fühle mich danach oft sehr frisch und erholt ...

Ich blättere ein altes Heft durch, manchmal schon zum x-ten Male. Darin finden sich viele Modelle, die überblättere ich einfach, weil sie Modeerscheinungen sind oder mir schlicht nicht gefallen. Manche Modelle passen vom Schnitt her nicht zu mir, manche nicht in meinen Kleiderschrank, manche an diesem Tag einfach nicht zur aktuellen Stimmung oder Jahreszeit. Dann sind da aber auch die Dauerbrenner-Teile, an denen bleibe ich jedesmal beim Durchblättern eines Heftes hängen! Die gefallen mir genau so gut wie am ersten Tag. 

Meine Fantasie beginnt zu arbeiten: im Geiste suche ich schon nach einem passenden Stoff, überlege, ob ich Schuhe dazu habe, welche Jacke oder welches Oberteil passen würden. Und dann "nähe" ich dieses Kleid aus einem der wohlgehüteten Stoff-Schätze, manchmal gleich aus zwei verschiedenen Stoffen, weil ich mich nicht entscheiden kann. Zuvor durchsuche ich aber noch die Anleitung nach möglichen Problemen oder kniffligen Stellen bei der Fertigung, löse diese im Geiste, bin jetzt endlich soweit, dass ich aus dem bequemen Sessel aufstehen will (der Kaffee ist leer - oder kalt), um das Schnittmusterpapier auszurollen, den Schnittbogen aus dem Heft zu lösen und beginnen möchte die passende Größe zu übertragen --- fast ... 

Denn in diesem Augenblick bemerke ich, dass die Zeit der Muße, abseits des Alltags und der Hetze vorbei ist, dass keine Zeit mehr für Träume und alte Hefte bleibt, die Realität mich zurück ruft - ich klappe das Heft zu, markiere mir (für später) noch schnell mit einem Postit die Seite, schreibe in schönen Lettern auf den aus dem Heft herausschauenden Papierstreifen noch: "Etuikleid, Modell XY, aus dem blauen Baumwollsatin oder der schwarzen Wildseide nähen". Dann klappe ich das Heft nun wirklich zu, stecke es zurück in den Stehsammler mit den Heften von 2014 und 2015 (oder sind eure Hefte auch manchmal noch älter?), gehe in Gedanken versunken in die Küche, wo ein weiteres Projekt auf mich wartet, das zumindest in der nächsten Stunde ebenfalls meine volle Aufmerksamkeit verdient: das Abendessen.

... immer wieder montags ... Sommer - Tasche

Hier meine heutige

      ... immer wieder montags ... Sommer - Tasche

Hier eine Tasche, die ich in diesem Jahr schon einige Male genäht habe... 
Praktisch und wie ich finde schön zugleich.


Es passt sehr gut ein A4-Formal hinein. Ich kann also ganz bequem meinen Ordner und auch ein paar Hefte darin transportieren.
Genäht habe ich dieses Modell aus Leinen. Im oberen Teil habe ich bedrucktes Leinen verwendet, unten ein altes Bauernleinen in blauem Karo.


Innen hat das gute Stück ein kariertes Baumwollfutter. Eine Innentasche und ein Schlüsselband helfen das Chaos in Grenzen zu halten.


Außen habe ich noch eine Reißverschlusstasche eingearbeitet. Die Mühe lohnt sich. Ich nutze diese Tasche viel und gerne. Und HIER geht es zur Anleitung.


So sieht die Tasche übrigens in einem Batikstoff aus...

Montag, 15. Mai 2017

... immer wieder montags ... Konstruktion eines Grundschnittes für eine Kosmetik - Tasche

Hier meine heutige

      ... immer wieder montags ... - Tasche
... das kannst du auch ...

Wie viele Schnitte von Taschen und Täschchen habt ihr so in eurem Näh-Leben schon aus Heften herauskopiert? Und dann doch sehr oft feststellen dürfen: "Diesen Schnitt habe ich so oder so ähnlich schon..."

Ich möchte euch heute zeigen, dass es kein Hexenwerk ist, selbst einen Grundschnitt für eines der gängigsten Taschenmodelle herzustellen und diesen Grundschnitt dann je nach Bedarf (oder manchmal auch nach der Größe des Reststoffes) anzupassen oder abzuwandeln.

Patchwork-Oberteile und Sweatshirts

... ich habe mich hier bei Zwischenmass für das Probenähen einer Bluse beworben. Das hat dazu geführt, dass ich in meinen Fotos gestöbert habe - Fotos von Oberteilen, die ich mal genäht habe.

Genäht habe ich schon immer und auch sehr viel. Ich hab nicht immer alles fotografiert. Oft waren die Kleider noch warm vom unter den Presserfuß legen, vom zarten Bewegen, um die schönsten Nähte zu erzielen, vom Falten, Stecken und all den kleinen Handgriffen, die frau so erledigt auf dem Weg hin zu einem Kleidungsstück -  da ist nicht immer Zeit auch noch ein Foto zu machen - vor allem, wenn ungeduldige Töchter daneben stehen und "ihr" Teil ganz schnell haben möchten ...

Doch, einiges gibt es, das ich festgehalten habe... Hier meine Shirts, die ich heiß und innig liebe und zu allen Gelegenheiten getragen habe.

Montag, 8. Mai 2017

... immer wieder montags ... - Log Cabin-Tasche

Hier meine heutige

      ... immer wieder montags ... - Tasche




Eine Log Cabin-Tasche aus zwei Halbkreisen mit einem meiner liebevoll gesammelten Motivstoffe als Mittelquadrat.

Dienstag, 2. Mai 2017

Ich habe nicht alle Tassen im Schrank ...



Mein liebster Mann würde nie sagen, dass ich spinne ... manchmal denkt er es, aber im Grunde seines Herzens trägt er meine kleinen Spleens mit Größe und sehr viel Liebe. So auch meine Leidenschaften für schönes Geschirr.

Ich habe meine Dibbern-Sammlung aufgebaut, um zu gucken, was ersetzt oder ergänzt werden muss, wenn wir demnächst in Richtung Karlsbad aufbrechen und mich der Weg wie von selbst durch Hohenberg an der Eger führt...

Ich liebe die wunderschönen Farben des Solid Colors, die vielen Möglichkeiten des Kombinierens, nach Laune, Anlass oder Jahreszeit. Ich sammle dieses Geschirr schon sehr lange, habe auch alle Teller durchgefärbt (die Teller gab es erst später mit Fahne) und freue mich immer wieder daran.

Montag, 1. Mai 2017

... immer wieder montags ... - Frühlings-Taschen


... ich habe mir vorgenommen, euch meine Projekte in regelmäßiger Folge 


... zu zeigen,

... sie mit euch zu teilen,

... euch die eine oder andere Anleitung zukommen zu lassen,

... euch auf Ideen zu bringen,

... mit euch in einen Austausch zu kommen,

... und von euch Rückmeldung zu bekommen.



Hier also meine ersten

      ... immer wieder montags ... - Taschen

Ich habe sie gestern in der Sonne fotografiert - heute ist es hier auf unserem Balkon mehr als trübe ...