DIY - Sommertasche

Anleitung für meine momentane Lieblingstasche

Als Stoff könnt ihr fast alle nicht zu feinen Baumwollstoffe oder auch Leinenstoffe verwenden. Wenn euch ein Stoff zu dünn erscheint, verstärkt ihn mit aufbügelbarem Vlies, bevorzugt aus Batist, das macht den Stoff fest aber nicht steif.



Den Schnitt für diese Tasche habe ich nach meinen Maßen auf Packpapier gezeichnet. Wie bei allen meinen Schnitten falte ich das Papier und zeichne jeweils nur die Hälfte des Schnittmusters auf das Papier. Doppelt gefaltet ausschneiden und auffalten ergibt dann das ganze Schnittmuster.

Taschenteile 2x aus Oberstoff und 2x aus Futter zuschneiden
Mein langes Patchworklineal leistet mir zur Schnittkonstruktion gute Dienste, denn sowohl senkrechte Linien als auch Winkel von 45° lassen sich sehr exakt und ohne großen Aufwand einzeichnen.

Die Tasche fasst locker einen großen Leitz-Ordner, hat ein A-4-Format, das sich sehr angenehm tragen lässt.
Taschenboden 1x aus Oberstoff Karo, 1x aus Futter

Wenn ihr mein Format übernehmen möchtet, zeichnet nach meinen Maßen den originalgroßen Schnitt für Taschenteil und Taschenboden auf Papier. Die Winkel und Maße des Bodens müssen mit denen des Taschenteils übereinstimmen. Der Boden ist im Grunde nochmal das untere Taschenteil, nur gedoppelt.

Die hier gezeigte Tasche habe ich aus Leinen- und Baumwollstoff genäht. Für die Außentasche habe ich einen bedruckten hellen Leinenstoff und ein "altes" Bauernleinen in blaukariert verwendet. Das Innenfutter und die Taschenträger sind aus feinem Baumwollkaro.

Details und kleine Details arbeite ich gerne aus weiteren passenden Baumwollstoffen. Ich mag es, wenn mehrere unterschiedliche Muster zusammentreffen. Das wirkt ein wenig patchworkig und irgendwie witzig, aber trotzdem auch fein genug, um die Tasche täglich zu tragen. Oft ergibt sich das mit den zusätzlichen Stoffen erst beim Nähen, wenn ich noch ein Stück "brauche".

Alle Teile schneide ich mit 1,5cm Nahtzugabe zu. Für den Taschenboden schneide ich zusätzlich 1x feste aufbügelbare Einlage ohne Nahtzugaben aus fester Schabracken- oder Tascheneinlage zu und bügele diese mittig auf die linke Seite des karierten Oberstoffbodens auf.

unterer Besatzstreifen und aufgesteckter Paspelstreifen
der RV sitzt etwa 10cm unterhalb der oberen Taschenkante

Nachdem alle Teile für die Tasche zugeschnitten sind, schneide ich für den unteren Taschenbesatz noch zwei Karostreifen zu.

Die obere Kante der Streifen wird zunächst knapp nach innen gebügelt und dann auf das helle Oberstoffteil gesteckt und schließlich knappkantig aufgesteppt.

Dieser Streifen gibt der Tasche etwas mehr Stand und Festigkeit.




       



      ... und jetzt die Reißverschlusstasche

Die Außentasche habe ich als Reißverschlusstasche gearbeitet. Das Prinzip ist ähnlich wie beim Nähen einer Paspeltasche. Die Öffnung, in die dann der RV eingenäht wird, muss zunächst mit einem Streifen verstürzt werden.

Auf die linke Seite dieses Streifens (Maß: RV-Breite plus 10cm x ca. 20cm Höhe) Vlieseline zur Verstärkung bügeln (siehe Bild). Hier reicht es, so viel Vlieseline zu nehmen, dass die Öffnung rundum verstärkt ist.

Auf die Vlieseline wird nun die Öffnung für den RV gezeichnet. Auf dieser Linie wird dann später genäht, daher unbedingt sorgfältig mit dem Lineal und im rechten Winkel zeichnen! Das Maß richtet sich wieder nach der Länge des Reißverschlusses. Der RV soll gut in die Öffnung passen. Ich zeichne nicht nur die Außenlinie sondern auch die Mittellinie auf.

Kontrolliert jetzt noch einmal die Lage des Streifens. Die RV-Linie sollte etwa 10cm unterhalb der Taschenoberkante und insgesamt mittig liegen. Jetzt den Streifen feststecken.

Auf der gezeichneten Außenlinie mit kleiner Stichlänge nähen (ich zähle an der kurzen Kante die Anzahl der Stiche, damit sie auf beiden Seiten gleich ist). Die Ecken sauber ausnähen (Nadel im Eckpunkt stecken lassen, Presserfuß anheben und die Richtung um 90° wechseln).

Die mittlere Linie einschneiden bis auf etwa 1cm rechts und links. Hier schräg zu den Ecken hin einschneiden und dabei darauf achten, dass nicht in die Naht geschnitten wird.

Den Streifen nach innen ziehen, sorgfältig glatt streichen und bügeln. Man kann den Besatzstreifen so nach inne bügeln, dass die Naht genau im Bruch liegt oder aber so, dass man noch ein oder zwei mm vom Besatzstoff sieht. Das ist Geschmackssache.

Den RV von rechts unter die Öffnung stecken und knappkantig rundum untersteppen.




Für den Taschenbeutel habe ich nun ein weiteres  Stück Karostoff in Taschenbreite unter die Reißverschlusstasche gesteckt und oben in einer zweiten Naht festgesteppt. Unten habe ich den Karostoff an die Unterkante des Besatzstoffes gesteppt. Klassisch wird der Besatzstreifen gleich so lang zugeschnitten, dass man ihn direkt in eins für Besatz und Taschenbeutel verwenden kann.

Jetzt muss noch die Seitennaht des Taschenbeutels geschlossen werden. Dabei werden die kleinen Dreiecke mutgefasst, die beim Einschneiden der Öffnung entstanden sind.


Innen habe ich noch eine Tasche aus geblümtem Stoff aufgesetzt. Tasche doppeln und etwa 10cm unterhalb der Taschenoberkante aufsetzen.

Beide Taschen (Innen- und Außentasche) nun einzeln zusammennähen: dazu den Bodenstreifen re auf re auf eins der Taschenteile legen und die Unterkante sowie die beiden schrägen Ecken feststeppen. Achtung: Nahtzugaben dabei an den Ecken nicht mitfassen. Jetzt das andere Taschenteil an die noch verbleibenden Kanten des Taschenbodens nähen. Nun die Seitennähte der Taschen schließen, dabei bis dicht an die Spitzen der Bodenteile herannähen.

Beide Taschen li auf li ineinander ziehen und an der oberen Kante sorgfältig aufeinanderstecken.

Für die oberen Kanten braucht ihr nun nur noch ein paar Schrägstreifen. Die gerundete Kante mit einem doppeltgefalteten, 3,5cm breiten Schrägstreifen einfassen.

... Fotos und restlicher Text folgen ...



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