Buchempfehlung: Bernadette Mayr - Patchwork Natur

Halte noch ganz druckfrisch duftend das neue Buch von Bernadette Mayr in den Händen ...


Patchwork Natur  - farbintensive Muster in freier Schneidetechnik

Auf dieses Buch habe ich mich gefreut und es mir zum Geburtstag gewünscht - und auch bekommen.

Ich kenne alle ihre Bücher und mag die Art wie sie Wege aufzeigt, mit Farben, Formen und dem uns allen oft sehr vertrauten Patchwork-Handwerk unsere Ideen und Vorstellungen in eigene Quilts oder kleinere Projekte umzusetzen. Dabei ist immer viel Raum für die eigene Handschrift.

Bernadette ist eine versierte und handwerklich perfekte Quiltkünstlerin, die konsequent ihren eigenen Stil weiterentwickelt hat. Sie teilt ihre Anleitungen in einzelne Lektionen auf, die jede für sich stehen können und entweder in die farbenfrohen Projekte des Buches umgesetzt oder aber in eigene eigebaut werden können.

Schon diese Lektionen lohnt es "abzuarbeiten". Frau braucht kein konkretes Ziel, um an der freien Schnitttechnik Spass zu haben und etwas dazuzulernen - warum nicht mal ein "Musterbuch", eine Ideensammlung aus all den Lektionen erstellen?  Bernadette zeichnet liebevoll die Schritt-für-Schritt-Bilder und hat auf fast jeder Seite einen Tipp, der auch für erfahrene Quilterinnen manchmal etwas Neues bietet. Die Bilder ihrer Quilts - Schmetterlinge, Muscheln, Schnecken, Wald, Wiesen und Pflanzen sind wunderschön. Ich mag die Geschichte der Eisblumen besonders gerne - wer kann schon von sich behaupten, dass er an seinem Küchenfenster die Außentemperatur im Winter an der Größe der Eisblumen ablesen kann?

Einige ihrer früheren Bücher sind bereits vergriffen, ein paar noch erhältlich - in meinem Bücherregal stehen sie in der Abteilung "guter Kauf - auch nach Jahren noch schön und inspirierend!"

Mein Tipp: Kaufen, Tee kochen und auf der Terrasse oder dem Balkon mit dem Blick in die Natur durchblättern und genießen!



Der Vollständigkeit halber: Der Christophorus-Verlag beschreibt das Buch so:

Das Buch für alle Patchwork-Fans
Auf kurzen Spaziergängen und langen Wanderungen oder bei einem Blick in den sternenklaren Nachthimmel sammelt die Patchworkkünstlerin Bernadette Mayr Ideen, die sie dann in prächtige Quilts und kleinere Projekte wie Kissen verwandelt, mit eindrucksvollen Mustern und Farben. Dabei hält sie sich nicht strikt an die natürliche Farbgebung von Tieren und Landschaften, sondern setzt sie vielmehr künstlerisch um und schafft so interessante originelle Muster.
Die Künstlerin arbeitet ihre Werke in freier Schneidetechnik, verzichtet also auf Schablone und Lineal. Dabei greift sie auf bewährte Patchwork-Techniken zurück, die in einem gut bebilderten Grundlagenteil beschrieben werden. Selbst ungeübten Patchworkerinnen wird so der Zugang zu den schönen Modellen geschaffen. 

144 Seiten, € [D] 26,99, ISBN 978-3-8410-6439-4

Glückskekse - kleines Geschenk für liebe Menschen ...

Es gibt im Netz viele Bilder zu Glückskeksen, die man selbst backen oder auch nähen kann. Vor längerem habe ich für mich eine eigene Version gebastelt, nach der ich gerne Glückskekse herstelle. Vielleicht habt ihr Lust, auch ein paar Kekse zu nähen?

Ich lege gerne ein paar Glückskekse zu meinem Päckchen dazu - die kommen immer prima an.

Die Kekse finden dann manchmal im Kinderzimmer ihre weitere Verwendung im Kaufladen oder der Kinderküche. Oder sie bilden in einer Schale einen hübschen Blickfang...


In meinem Arbeitszimmer habe ich eine Box mit bereits genähten Glückskeksen, daraus kann ich die farblich zum Geschenk passenden Kekse aussuchen. 

Glückskekse nähen hilft Aufräumen :-)

Mein Tipp: wenn ihr mit einem Projekt fertig seid, näht aus den Resten ein paar Glückskekse! Die Reste reichen für ein paar Kreise und fliegen nicht mehr ungenutzt herum ... Und ihr habt immer eine kleine selbstgemachte Beigabe zu euren Geschenken.

Glückskekse sehen auch in einem Bonbonglas toll aus. Und wenn ihr Geld verschenken möchtet, sind die Kekse auch dafür geeignet. Wir hatten vor einiger Zeit ein Glas mit Glückskeksen gefüllt, das mit Wünschen zum Examen und auch mit Geldscheinen bestückt war. Das kam sehr gut an!



Und hier meine Kurzanleitung für euch:

Material:
Wie gesagt Stoffreste (Größe etwa 10 x 10 cm) und dünneren Filz (bei mir der blaue), eine Zackenschere und evtl. etwas Pappe, aus der ihr euch einen Kreis mit ca. 10cm Durchmesser schneidet.

So geht's:
(1) Aus den Stoffresten und dem Filz jeweils Kreise mit 10cm Durchmesser schneiden.
(2) Je zwei Kreise li auf li zusammenlegen, Kreise an der äußeren Kante füßchenbreit aufeinander steppen.
(3)Am besten erst jetzt den äußeren Rand der Kreise mit der Zackenschere beschneiden. Das gibt ein gleichmäßigeres Bild als wenn ihr jeden Kreis einzeln mit der Zackenschere zuschneiden würdet. Und es geht auch schneller.
(4) Den Glückskeks zur Hälfte falten, Stoff innen, Filz außen.
(5) auf der Viertellinie etwa 2cm mittig eine Linie markieren und den Keks auf dieser Linie absteppen. Es reicht wirklich eine kleine Naht! Verriegeln nicht vergessen.
(6) Keks wenden und in Form zupfen. Mit einem Spruchband füllen und verschenken!

Variante:
(1) Auf die Stoffreste Kreise mit Kreide oder sogar ganz schnell mit Bleistift zeichnen. Muss auf der re Seite angezeichnet werden, daher eine Farbe nehmen, die ihr gerade noch beim Nähen sehen könnt.
(2) Die Stoffreste auf den Filz legen (li auf li), feststecken und auf der eingezeichneten Linie Filz und Stoff zusammensteppen.
(3) Jetzt erst den Kreis mit der Zackenschere sauber ausschneiden.


                                                 Viel Freude beim selber ausprobieren!

Kulturbeutel - eine Tasche für Birgit

Heute zeige ich euch das Projekt "eine Tasche für Birgit". Ein paar Fotos sind während des Nähens entstanden, darauf kann man recht gut erkennen wie ich vorgegangen bin.

Ich arbeite fast immer frei nach meinen eigenen Ideen, die durch die vielen Bilder und Anregungen, die ich auf meinen Reisen durch die verschiedenen Blogs und Seiten des Internets ergänze. Ich zeichne zunächst eine kleine Skizze, die mich durch ein Projekt begleitet.

 Birgit hat einen großen Garten und liebt fröhliche Farben und Blumen... unschwer zu erkennen auf den beiden Seiten der Tasche. Die Stoffe für diese Tasche habe ich in einem Schuhkarton zusammengetragen. Bei den meisten Stoffen handelt es sich um die Reste eines Quilts, den ich für meine Tochter genäht habe.
 Gefüttert ist die Tasche mit einem rot gefärbten Baumwollstoff eines alten Damastkissens. Diese Baumwollstoffe haben eine gute Stabilität, die ein Kulturbeutel (Birgit benutzt diese Tasche für ihre Patchworkkurs-Materialien, für Zahnpasta und Tagescreme war ihr die Tasche zu schade) haben sollte.
 Hier die Details des Maschinenquiltings. Gequiltet habe ich auf einem dünnen Baumwollvlies. Das gibt etwas Volumen, belässt aber das Muster flächig, was mir gut gefällt.

Man erkennt auch gut die freie Schneidetechnik. Ich arbeite mit dem Rollschneider. Lege die beiden Stoffstücke überlappend aufeinander, setze den gebogenen Schnitt und nähe die beiden Teile dann mit dem 1/4" Fuss meiner Bernina zusammen. Das klappt besonders bei den Blütenblättern sehr gut.
Auf diesem Bild seht ihr den Schnitt. Noch grob mit darunter liegendem Futter. Aber man erkennt gut die Tiefe der Tasche. Innen sind die letzten offenen Kanten mit Schrägstreifen eingefasst.

Fenster

Ich habe bei Müllerinart eine so schöne Idee gefunden - das lässt mich nicht mehr los - in Gedanken gehe ich meine Fotos, meine Quilts durch und finde Fenster ...

Hier ein Fundstück aus unserem Urlaub in der Bretagne:

Und noch schöner ist dieser Muster-Mittwoch mit vielen Ideen von BloggerInnen zum Thema Fenster. Ich werde jetzt gleich nicht mehr nur im Geste sonder ganz real und praktisch meine Sammlungen durchforsten und euch dann heute Abend "meine Fenster" zeigen... Die ich, wenn ich das hinbekomme (hab ich nämlich noch nie gemacht) auch bei der Müllerin verlinken werde...

Erinnerungen - Color Improvisation I 1998 (!)

In alten Musterbüchern blättern - Aufzeichnungen von längst vergangenen Kursen noch einmal nachlesen ... Genau das habe ich getan und festgestellt, dass es fast 20 Jahre her ist, dass ich in Konstanz meinen ersten Kurs bei Nancy Crow besucht habe.

Was eine lange Zeit!


Seitdem schmücken einige der aus dieser Klasse entstandenen Quilts unser Haus.
Mir war gar nicht bewusst, dass diese "Mitbewohner" schon so lange mein Leben begleiten...

Ich bin ganz beeindruckt, wie sorgfältig ich damals meine Kurs-Aufzeichnungen aufbereitet und mit Zeichnungen versehen habe!
Ausschnitte aus meinen Mitschriften möchte ich euch gerne zeigen. Habt ihr auch solche Kursbücher, in die ihr quasi wie in einem Tagebuch eure Erfahrungen, Eindrücke und die neu gelernten Erkenntnisse sichert? 





Hier die kurz nach dem Kurs entstandenen Farbwertübungen, die seither in meinem Nähzimmer hängen. An diesen fünf Quilts habe ich für meine gesamte textile Arbeit profitiert - Ich teile meine Stoffe sehr oft in die Gruppen ein: Hell - Mittelhell - mittel - Mitteldunkel und Dunkel.

Das hilft bei der Gestaltung und schafft Spannung in Quilts, denen manchmal das "gewisse Etwas" fehlt.

                               Blau 1-3 hängen im Treppenhaus - Ergebnisse aus den Resten.




Color Improvisation 2 - Ausstellung ist jetzt in Heidelberg

Seit dem Sonntag vor Ostern, dem 09.April sind die wundervollen Quilts der Ausstellung "Color Improvisation2" nun in Heidelberg, in der Textilsammlung Max Berk, zu sehen.

Im Museum hängen die 40 Quilts teilweise sehr dicht nebeneinander, trotzdem kann man/frau in den meisten Fällen die textilen Werke gut betrachten.

Zur Eröffnung in Heidelberg hat Heide Stoll-Weber eine sehr schöne Einführung gehalten, die die Entstehung dieser von Nancy Crow kuratierten Ausstellung, die Bedingungen, die an eine Teilnahme geknüpft waren,  und vor allem den Schaffensprozess der Quilts beleuchtete.

Die Quilts sind alle etwa 200 x 200 cm groß. 




Den Katalog habe ich mir gleich mitgenommen - tolle Fotos mit Texten auf Deutsch und Englisch, das kann man mit der Kamera im Museum so gar nicht einfangen. Außerdem bin ich in den letzten Jahren mit meiner Fotografiererei in Ausstellungen eh zurückhaltender geworden. Ich gucke lieber und nehme die Strahlkraft der Farben, die Wirkung der Stoffe, die Art der Hängung lieber in Ruhe in mich auf ...

Hier die einzigen beiden Fotos, die wir gemacht haben: ein Blick in den wunderschönen Raum des Museums mit Quilts auf allen Ebenen...


... und der Favorit der Ausstellung meines Mannes, der Quillt von Erica Wasser aus München... "Across 2".


Meinen Favoriten möchte ich euch aber dann doch nicht vorenthalten - Die Künstlerin war sogar eigens aus den USA angereist: Helen McBride Richter "The Meeting", hier allerdings das Foto aus dem Katalog ...



Fahrt hin! Es lohnt sich. Das Museum ist immer Mittwoch, Samstag und Sonntag geöffnet.

"Endlich Frühling ..." - Neue Kissen für das Sofa: aus Wildseide mit Stoffdruck

Das Frühjahr ruft nach frischen Farben! Das Sofa brauchte ein paar neue Kissen.
Ich hatte noch einige Wildseiden im Fundus und es fanden sich sogar noch einige Stoffe, die ich gefärbt und bedruckt habe, und zwar schon vor einigen Jahren hier im Atelier Tisch. Dort kann frau wunderbar ihren Stoffvorrat ergänzen und Techniken neu lernen, auffrischen oder einfach in netter Runde gemeinsam anwenden. Ach, ich sollte mich mal wieder anmelden. 
Ich hatte diese Stoffe ganz vergessen und sie bei meiner Frühjahrs-Räum-Welle in die Hände bekommen... Jetzt gefallen sie mir richtig gut. Ich erinnre mich, dass ich damals etwas skeptisch war.

Ich habe aber nicht nur Wildseidenkissen genäht. Da mein Liebster ja auch was "Praktisches" für den Abend zum "unter-den-Kopf-legen" braucht, habe ich auch zwei schlichte Kissen genäht, die Knautschen und Knuffen verzeihen und die sich schnell mal durchwaschen lassen.
Hier sehr ihr die Details der bedruckten Stoffe (mit Glitzerpaste und Schablonen) in der Kombination mit den edlen Wildseiden. Zur Stabilisierung habe ich alle Kissenplatten mit dünnem Vlies hinterlegt und auf Baumwollstoff montiert und dann gequiltet. Und natürlich sind alle Kissen mit einem Reißverschluss zu öffnen bzw. zu schließen.

Meine Entwürfe habe ich mit Filzstiften auf ein altes Kalenderblatt gemalt - das ist sehr hilfreich, da ich eine Weile an den Kissenplatten gearbeitet habe. Inzwischen mache ich für fast alle meine Projekte Skizzen oder bei komplexeren Stücken auch mehrseitige Entwürfe mit Text zu meinen Ideen und aufgeklebten Stoffmustern.
Entwürfe
Und hier noch die drei gepatchten Kissen in groß, einmal von vorne und dann von hinten.



Da unser Sofa aus Wollfilz ist (in türkis mit anthrazit), passen die leicht glänzenden Stoffe ganz wunderbar. Ich bin richtig froh, dass ich mich nicht von der Sorge, ob sich die Wildseide im täglichen Gebrauch als praktisch erweisen wird, habe abhalten lassen...





... so sieht das Ganze dann mit den Rückseiten auf dem Sofa aus. Auch nicht schlecht, oder?
Jetzt fehlen noch zwei schlichte, große Kissen, die ich hoffentlich in der nächsten Woche auch noch fertig bekomme.


"Ich nähe seit ich denken kann ... "

Das war immer meine Antwort auf die Frage "Seit wann ...?" - Richtig ist aber wohl eher die Antwort "Schon immer, damit ich denken kann ..."

Wann immer in mein Leben etwas Neues trat, Veränderungen bevor standen oder eine Krise sich ankündigte, ich habe in diesen Zeiten viel genäht, um meine Gedanken zu sortieren, um Ruhe zu finden - und manchmal waren auch Antworten auf offene Fragen dabei.

Nähen hilft.

Nähen ist schön.

Nähen schafft etwas Bleibendes.

Deshalb beginne ich mit einem neuen Blog, in dem ich euch meine Werke, meine geplanten oder bereits angefangenen Werkstücke und auch Techniken zeigen möchte. Patchwork, Quilting, aber auch fast jede andere textile Technik ist mir vertraut und ich verwende sie oft und gerne in meinen Arbeiten. Ich nähe Kleidung, oft nach Burda-Schnitten (auch wenn ich inzwischen von der Qualität der Schnittmuster in der burdastyle nicht mehr 100%ig überzeugt bin - wie seht ihr das?), manchmal baue ich mir eigene Schnitte, aber das ist sehr zeitaufwändig und nicht immer von Erfolg gekrönt.

Ich mache aber auch viel "mixedmedia" - also, wenn man das Wort auf das anwenden darf, was ich tue: mischen aller Techniken, um dann zum gewünschten Ergebnis zu kommen.

Filzen, nass oder mit der Nadel und auch einer Maschine (ich habe die Embellisher von Pfaff), Sticken, Stricken, Häkeln, ...

Martina näht wieder!